Nienburg
001 Nienburg Weserbruecke

Dezember 2008 - sensationelle Nachricht:

023 Nienburg WochenmarktDer Nienburger Wochenmarkt erhält in Dortmund die Auszeichnung- “Schönster Wochenmarkt in Europa!”, setzt sich damit gegen 103

anderere Bewerber durch und befindet sich in bester Gesellschaft ganz anderer Größen (z.B. Amsterdam 2007, München 2006,

Berlin 2005, Stuttgart 2004, Chemnitz 2003, Duisburg 2002 und Potsdam 2001).

Das “Altstadtambiente” und der “Wochenmarkt” passen 1:1, das war sicherlich Grund genug für die Jury.

Viele Bürger der 30 000 Einwohnerstadt und deren Umgebung lieben ihren Wochenmarkt (Mittwoch & Samstag); selbst wenn

man gar nichts kaufen will, ist der Besuch irgendwie “Pflicht”, um Freunde oder Bekannte zu treffen.

Mehrere Restaurants/Cafe´s laden bei gutem Wetter zum Verweilen (außen -auf der Straße) ein und sind dann auch regelmäßig

sehr gut besucht

Den Wettbewerb der Stiftung “Lebendige Stadt” zu unterschiedlichen Themen gibt es seit 2001.

Kleine - z.T. aktuelle Stadtgeschichte

Direkt an der Weser und zwischen den Oberzentren Bremen und Hannover liegend, behauptet sich die Kreisstadt mit etwa 32 000 Einwohner als Mittelzentrum für die nähere Umgebung. Die erste Ansiedlung dürfte wohl eindeutig auf einen frühen Weserübergang zurückführbar sein, zumal sich hier wichtige Handelswege kreuzten, die man noch heute im Netz der Bundesstraßen wiedererkennt. Händler, Fährleute, Schmiede und natürlich Bauern gehörten somit zu den ersten, die hier einen festen Wohnsitz einrichteten. Der Name “Nien”- burg bedeutet einfach “Neue”-burg. Es ist leider nicht bekannt, ob an gleicher Stelle schon vorher eine burgähnliche Anlage bestand. Es könnte sich auch einfach um eine neue Burg der Hausherren an anderer Stelle handeln?

Sicher ist, dass die Stadt 1215 in den Besitz der Grafen von Hoya -ebenfalls direkt an der Weser und ca. 25 km flussabwärts gelangte. Ein Großteil der ehemaligen Festungsanlagen wurde schon im 30-jährigen Krieg zerstört, obwohl der Feldheer >Tilly< hier auf erbitterten Widerstand stieß. Was überhaupt noch geblieben ist und restauriert wurde, beseitigten die Truppen Napoleons im Zuge der Politik der “verbrannten Erde” .Die oben angedeutete, exponierte Lage erzwang den Ausbau zur Residenz und Festung. Seit dem Jahr 1225 durfte man sich “Civitas” - also Stadt nennen.

Das Urstromtal der Weser zeigt im Querschnitt die “tiefe, überschwemmungsgefährdete” Lage des Umfeldes; insbesondere der Marsch zum Beginn der Schneeschmelze im Frühjahr. Oft waren die Orte auf der westlichen Weserseite regelrecht abgeschnitten . Die hochgelegte Umgehungsstraße (1979) hat hier zur deutlichen Entschärfung beigetragen, vergleichbare Situationen sind aber immer noch nicht ganz auszuschließen.. Dennoch, der Fluss ist und bleibt eine >Lebensader< der Stadt, auch weil die Mittelweser (Minden <>Bremen) den Normen des Europaschiffes angepasst wurde.

Die 1723 fertiggestellte Steinbrücke ersetzte das vorausgegangene Holzbauwerk, erwies sich aber zunehmend als Hindernis und musste 1903 einer Stahlkonstruktion an der heutigen Stelle weichen. Am ehemaligen Standort gibt es seit wenigen Jahren eine neue Fußgängerbrücke, die das kleine Einkaufszentrum auf der westlichen Weserseite sowie Parkmöglichkeiten und Innenstadt - architektonisch gelungen - miteinander verbindet.

 

013 Nienburg GlasblaeserSchon im Jahre 1847 erhielt Nienburg Anschluss an das Eisenbahnnetz, wodurch narürlich der Grundstein zur industriellen Entwicklung gelegt war. Von besonderer Bedeutung war hier ohne Zweifel die Hohl - Glasindustrie , die um 1900 gleich mit zwei Unternehmen von nationaler Bedeutung vertreten war und die Stadtentwicklung mit dem Bau von Arbeitersiedlungen nach dem “Kruppschen” Vorbild forcierte. Noch heute (2005) stellt Nienburg ein absolutes Zentrum der bundesdeutschen Glasindustrie dar - wenn auch unter “fremder” Führung..

Der traditionelle Stadtteil >Nordertor< beherbigt heute mehrere weitere Industrie- betriebe höherer Ordnung; z.B. Fuller H.B. (Farben / Klebstoffe), Engelhard Technolgies (Katalysatoren), Nienburger Gelantine u.v.a.

Das Bildungsangebot umfasst nahezu alle Ebenen - von der Sonderschule für Lernbehinderte bis zum allgemeinbildenden Gymnasium (2 x) sowie eine der größten, vielfach gegliederten >Berufsbildenden Schule< in ganz Niedersachsen. Der Internetauftritt der BBS verdient ganz sicher Beachtung!

Das Umfeld der landwirtschaftlichen Entwicklung in den letzten 200 Jahren war geprägt vom Wechsel. Um 1850 war Nienburg ein typisches >Ackerbürgerstädtchen<. Viele Einwohner besaßen ein eigenes Haus in der Stadt, lebten vom Handwerk, vom Handel oder auch (nur) von der Landwirtschaft, indem sie eigenes oder gepachtetes Land vor den Stadttoren bewirtschafteten.

Dort wurde zur genannten Zeit hauptsächlich die Zichorienwurzel (= Kaffee ~ zu und ~ersatz) angebaut; deren hiesige Qualität zum “Besten Continental - Kaffee” erklärt wurde. Minderwertige, aber preiswertere Konkurrenz führte zum Niedergang. Ähnliche Schicksale ereilten der danach verstärkt einsetzende Kartoffelanbau und schließlich auch die Seidenraupenzucht (Krankheit der Tiere).

Die hervorragende Rolle des damalige Zichorienkaffees nimmt seit vielen Jahren der Spargelanbau ein, begünstigt durch die idealen Anbaubedingungen vor Ort.

Nienburger Spargel besitzt das allerhöchste Qualitätsmerkmal (Siegel).Das führt natürlich auch zu betrügerischen Verkaufsangeboten auf den Märkten.. 021 Nienburg Spargelbrunnen Suhr                     Alle Verbraucher sollten also unbedingt auf das Qualitätssiegel achten und erkannte Betrüger müssen mit sehr hohen Strafen rechnen! Ortsnahe Besucher dieser Seite wissen eigentlich, dass die beste Variante darin besteht, direkt beim Spargelbauern zu kaufen - den dazugehörigen Schinken bietet er meistens ebenso günstig an.

 

 

 

 

Die “Kleine Nienburgerin” zeigt die Stadt (Webalbum) >>>>>>> 032 Nienburg KleineNienburgerin            

Anmerkungen:

-1- Ich erhebe keinerlei Copyrechte bezüglich der Bilder.

-2- Die Bilder sind natürlich komprimiert; sollten Sie eine bessere Qualität benötigen oder wünschen, erreichen Sie mich am besten über die Kontaktschaltfläche- Antwort garantiert!

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Aus der Vielzahl der Quellen sind folgende Publikationen zur (wissenschaftlichen) Weiterarbeit empfehlenswert::

(1) Gade, Heinrich Geschichte der Stadt Nienburg 1862 / Neuauflage 1979/80 -Standardwerk für alle am Thema Interessierten-

(2) Hermann Ziegler; Otto Schneegluth u.a. Aus der Geschichte unserer Heimat 1980 -Herr Ziegler u.v.a. Herr Schneegluth dokumentieren Ihre eigene (Familien-) Biographie.

(3) Speckmann / Kluhsmeier Arbeiten auf Nienburger Glasfabriken- Bilder & Dokumente - sozialkritische Doktorarbeit; von den Anfängen der Arbeiterbewegung über die verheerenden

Zustände im sogenannten 3. Reich und der Nachkriegsjahre bis 1989.

(4) P. Josepeit Bedeutung der Glasindustrie für die Entwicklung der Stadt Nienburg Examensarbeit PH - Hannover [1980] mit aktualisierten Beiträgen

(5) Archive a) Wilhelmshütte Nienburg -jetzt Rexam Glas Nienburg b) Stadt Nienburg c) Nordertorschule Nienburg

6) Hans -Otto Schneegluth : Nienburgs Brücken, Zeiten und Schicksale ISBN: 3980278069

7)Broschüre: Die (neue) Wesertorbrücke in Nienburg - Stadtarchiv Nienburg 2000 ISBN 3-927678-23-6

http://www.nienburg-online.de

http://www.nienburg.de/

http://www.dieharke.de

 

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